{"id":10,"date":"2015-08-10T09:43:49","date_gmt":"2015-08-10T07:43:49","guid":{"rendered":"http:\/\/focubreil.ch.cassius.sui-inter.net\/wordpress\/?page_id=10"},"modified":"2024-04-05T08:16:55","modified_gmt":"2024-04-05T06:16:55","slug":"unsits-e-tradiziun","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/focubreil.ch\/de\/unsits-e-tradiziun\/","title":{"rendered":"Sprache"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">15 v. Chr. erobern die R\u00f6mer unter anderem das heutige Graub\u00fcnden. Durch die darauffolgende Romanisierung vermischen sich die hier ans\u00e4ssigen Sprachen mit dem Volkslatein der R\u00f6mer. Daraus entsteht ein Vulg\u00e4rlatein r\u00e4tischer Pr\u00e4gung, das allm\u00e4hlich zum heutigen R\u00e4toromanischen entwickelt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">1464 zerst\u00f6rt ein Brand grosse Teile der Stadt Chur. Der Wiederaufbau erfolgt gr\u00f6sstenteils mit Hilfe deutschsprachigen Handwerkern, die die Stadt in der Folge germanisieren. Seines sprachlich-kulturellen Zentrums beraubt, zersplittert das R\u00e4toromanische in regional unterschiedliche Dialekte, die mit der Verschriftlichung standardisi&nbsp; ert werden. So besteht das R\u00e4toromanische heute aus f\u00fcnf standardisierten Idiomen: Surselvisch, Sutselvisch, Surmeirisch, Puter und Vallader.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Graub\u00fcnden ist als einziger Schweizer Kanton dreisprachig. In der Volksz\u00e4hlung aus dem Jahre 2&#8217;000 erkl\u00e4rten 68,3 % der 187&#8217;058 Einwohner Graub\u00fcndens, Deutsch sei ihre bestbeherrschte Sprache, f\u00fcr 14,5 % war es das Romanische und f\u00fcr 10,2 % das Italienische. Wenn man diese Zahlen mit den Zahlen fr\u00fcherer Volksz\u00e4hlungen vergleicht, erkennt man den dramatischen R\u00fcckgang des R\u00e4toromanischen. 1880 bezeichneten noch 39.8 % der Einwohner Graub\u00fcndens Romanisch als ihre Muttersprache, 1980 waren es noch 21.9 %.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Rumantsch Grischun<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die alarmierenden Resultate der Volksz\u00e4hlung von 1980 waren der Ausgangspunkt f\u00fcr die Lia Rumantscha, um ein neues Konzept zur Erhaltung und F\u00f6rderung des Romanischen zu erarbeiten. Ein unabdingbares Bestandteil dieses Konzeptes war die Schaffung einer \u00fcberregionalen romanischen Standartsprache. Im Auftrag der Lia Rumantscha erarbeitete der Z\u00fcrcher Romanist Heinrich Schmid <em>die Richtlinien f\u00fcr die Gestaltung einer gesamtb\u00fcndnerischen Schriftsprache Rumantsch Grischun<\/em> und pr\u00e4sentierte diese im Jahre 1982. Seit 1996 ist das RG Amtssprache des Bundes f\u00fcr den amtlichen Verkehr mit romanischen Personen und Institutionen. Seit 2001 ist das RG auch die kantonale romanische Amtssprache. In den Schulen und im Alltag hatte RG von Anfang an einen schweren Stand.&nbsp; Das Rumantsch Grischun konnte den weiteren R\u00fcckgang des R\u00e4toromanischen nicht aufhalten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Cudischet da Breil\/Brigels, 2005 \/ Lia Rumantscha 2004<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein Vergleich<\/strong><\/p>\n<table style=\"height: 574px; width: 82.425395%;\" width=\"364\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 574px;\">\n<td style=\"width: 53.548185%; height: 574px;\">Il matg<\/p>\n<p>Uss ei il matg a strada,<br \/>\nIl mund ei destadaus.<br \/>\nHei! co igl \u00e8r la prada<br \/>\nSefittan da firaus.<br \/>\nPerquei curri el liber<br \/>\nCun tibas e canzuns,<br \/>\nIl matg ei uss a strada<br \/>\nE fa sentir ses duns.<\/p>\n<p>Il legher paster meina<br \/>\n<span style=\"font-family: inherit; font-size: inherit;\">Il muvel sil muntatsch.<br \/>\nLodola e luscheina<br \/>\nCantinan el spinatsch.<br \/>\nEr ti , miu cor, stai legher,<br \/>\nTut mal ei emblidau.<br \/>\nSulegl da primavera<br \/>\nTut glatsch ha luentau.<\/span><\/p>\n<p>Giacun Hasper Muoth<br \/>\n(\u00dcbersetzung)<\/td>\n<td style=\"width: 153.725198%; height: 574px;\">Nun ist der Lenz &nbsp;gekommen<\/p>\n<p>Nun ist der Lenz gekommen,<br \/>\nDie Welt ist neu erwacht.<br \/>\nHei! wie es allereorten<br \/>\nNun jubelt, bl\u00fcht und lacht.<br \/>\nD&#8217;rum frisch hinaus ins Freie<br \/>\nMit Fl\u00f6ten und Schalmei&#8217;n,<br \/>\nDer Lenz ist angekommen,<br \/>\nEr muss genossen sein.<\/p>\n<p>Der frohe Hirte treibet<br \/>\n<span style=\"font-family: inherit; font-size: inherit;\">Die Herde frisch zu Tal;<br \/>\nDie Lerchen und Nachtigallen<br \/>\nSind fr\u00f6hlich allzumal.<br \/>\nAuch du, mein Herz, sei heiter,<br \/>\nDahin ist all&#8216; dein Weh!<br \/>\nDie Fr\u00fchlingssonne tauet<br \/>\n<\/span>Den Schmerz wie Eis und Schnee.<\/p>\n<p>Korsten-Runge<br \/>\n(Original)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>F\u00fcr mehr Informationen:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.liarumantscha.ch\">Lia Rumantscha<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>15 v. Chr. erobern die R\u00f6mer unter anderem das heutige Graub\u00fcnden. Durch die darauffolgende Romanisierung vermischen sich die hier ans\u00e4ssigen Sprachen mit dem Volkslatein der R\u00f6mer. Daraus entsteht ein Vulg\u00e4rlatein r\u00e4tischer Pr\u00e4gung, das allm\u00e4hlich zum heutigen R\u00e4toromanischen entwickelt. 1464 zerst\u00f6rt ein Brand grosse Teile der Stadt Chur. 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