{"id":12,"date":"2015-08-10T09:44:06","date_gmt":"2015-08-10T07:44:06","guid":{"rendered":"http:\/\/focubreil.ch.cassius.sui-inter.net\/wordpress\/?page_id=12"},"modified":"2025-12-05T11:56:37","modified_gmt":"2025-12-05T10:56:37","slug":"historia-locala","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/focubreil.ch\/de\/historia-locala\/","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p class=\"p7\">Hier soll ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber die Geschichte der Surselva und von Breil\/Brigels aufgezeigt werden. Die Texte und Angaben stammen zum gr\u00f6ssten Teil aus der vergriffenen Brosch\u00fcre <i>Cudischet da Breil\/Brigels<\/i>, erschienen 2005, aus dem vergriffenen Buch <i>Breil\/Brigels<\/i> erschienen 2007 und aus dem Historischen Lexikon der Schweiz.&nbsp;<\/p>\n<h2 class=\"p8\">Erste menschliche Spuren<\/h2>\n<p class=\"p7\">Irgendwann im Mesopolitikum (10&#8217;000 \u2013 5&#8217;000 v. Chr.) kamen wahrscheinlich die ersten Menschen in die Surselva. Doch erst seit ca. 4&#8217;500 v. Chr. scheint unsere Region auch dauerhaft bewohnt gewesen zu sein.<\/p>\n<p class=\"p7\">Auf Gebiet der Gemeinde Brigels stammen die ersten Spuren menschlichen Lebens aus der Bronzezeit. Auf den beiden Felskuppen Grep Patnasa bei Dardin und Tschuppina bei Brigels zeugen Schalensteine von zwei gr\u00f6sseren pr\u00e4historischen Anlagen.<\/p>\n<p class=\"p7\">Mit dem Einfall der R\u00f6mer 15 v. Chr. beginnt die r\u00f6mische Herrschaft. Mit den R\u00f6mern kommt auch die Sprache, das Latein, in die Surselva. Die Sprache der in der Surselva ans\u00e4ssigen R\u00e4ter vermischt sich nach und nach mit der Sprache der R\u00f6mer; daraus entsteht das R\u00e4toromanische, das auch heute noch in weiten Teilen der Surselva gesprochen wird.<\/p>\n<h2 class=\"p8\">Christianisierung<\/h2>\n<p class=\"p7\">Um 500 n. Chr. beginnt die Christianisierung der Surselva. Das Kloster Disentis wird um 700 gegr\u00fcndet. Gem\u00e4ss \u00dcberlieferung errichtete der fr\u00e4nkische M\u00f6nch Sigisbert in der unbewohnten Gegend der Desertina eine Einsiedelei. Unterst\u00fctzung erhielt Sigisbert vom einheimischen Placidus. Der Konvent, der noch heute existiert, wird im Verlaufe des 10. Jahrhunderts zur dominierenden Institution in der Surselva. Das fest der Disentiser Gr\u00fcndungsheiligen Placidus und Sigisbert ist der 11. Juli.&nbsp;<\/p>\n<p class=\"p7\">Am 15. Dezember 765 schenkte Bischof Tello seine Gutsh\u00f6fe Sagogn, Ilanz und Brigels dem jungen Kloster. Damit wird Brigels erstmals in einer Urkunde erw\u00e4hnt. Es ist in lateinischer Sprache verfasst und gibt einen Einblick in die Wirtschafts- und Besiedlungsgeschichte der Surselva und der D\u00f6rfer Brigels, Dardin, Danis und Tavanasa. In der Urkunde ist von <i>bregelo, ardunae, anives und abatissae<\/i> die Rede.<\/p>\n<h2 class=\"p8\">Herren und Untertanen<\/h2>\n<p class=\"p7\">Im 12. Und 13. Jahrhundert f\u00f6rdern die Grundherren unserer Region die Einwanderung der Walser, die wie es der Name sagt, aus dem Wallis kommen und f\u00fcr ihre F\u00e4higkeit, auch die steilsten H\u00e4nge zu bewirtschaften, bekannt waren. So entstehen in Vals, Safien und Obersaxen Walserkolonien.<\/p>\n<p class=\"p7\">In der Feudalherrschaft des Mittelalters ist das Territorium der \u00c4bte von Disentis ein Hochgericht. Wie jeder andere F\u00fcrst beanspruchen auch die \u00c4bte das Recht der Jagd und des Fischfangs. Ferner werden die Gotteshausleute verpflichtet, den Zehnten auf Korn und Obst abzuliefern. Auch werden die Untertanen zum Frondienst gerufen. Die Brigelser m\u00fcssen zum Beispiel am Verena-Tag im Fl\u00e9m im Val Frisal f\u00fcr das Kloster fischen.<\/p>\n<p class=\"p7\">Um sich gegen die Herrscher des fremden Adels zu wehren, schliessen sich im Verlaufe des 14. Und 15. Jahrhunderts die verschiedenen Gemeinden Graub\u00fcndens zu drei B\u00fcnden zusammen. Der Graue Bund &#8211; vorerst Oberer Bund genannt &#8211; entstand im Wesentlichen durch den Zusammenschluss von 21 Gerichtsgemeinden aus den Talschaften des Vorder- und Hinterrheintals. Am 14.02.1395 schlossen die Abgeordneten der Gerichtsgemeinden zusammen mit dem Abt des Klosters Disentis und den Herren Johannes von Ilanz, Freiherr Ulkrich II. von Rh\u00e4z\u00fcns und Freiherr Albert von Sax-Misox ein ewiges B\u00fcndnis.&nbsp;<\/p>\n<h2 class=\"p8\">Neue F\u00fchrungsstrukturen<\/h2>\n<p class=\"p7\">Gut hundert Jahre sp\u00e4ter stellen sich die Drei B\u00fcnde gegen die Macht der Kirche. Die Ilanzer Beschl\u00fcsse von 1524 und 1526 geben den einzelnen Gemeinden grosse Freiheiten; so erhalten die Gemeinden sogar die Freiheit, ihre religi\u00f6se Zugeh\u00f6rigkeit selber zu w\u00e4hlen. W\u00e4hrend andere B\u00fcndner Regionen, wie z. B. Chur oder das Engadin, reformiert werden, bleibt die obere Surselva bis heute eine vorwiegend katholische Region.<\/p>\n<p class=\"p7\">Mit der Gr\u00fcndung der Republik der Drei B\u00fcnde im Jahr 1524 wurde das politische Leben demokratisch organisiert. In dieser Zeit vollzog sich der Wechsel zur neuen, demokratisch gew\u00e4hlten Elite. Eine Familie, die in dieser Zeit eine steile Karriere startete, waren die de Turr\u00e8 (die vom Turm) von Brigels. Der Turm befand sich auf dem kleinen H\u00fcgel Marmarolla am Ostrand des Dorfes. Er ist Ende des 15. Jahrhunderts abgebrannt. Vom 17. Bis zum 19. Jahrhundert geh\u00f6rten die de Latour zu den bedeutendsten Familien der Surselva. Als Offiziere in fremden Diensten haben sie international Geschichte geschrieben. Aber auch in der Politik haben die de Latour Karriere gemacht und w\u00e4hrend drei Jahrhunderten das Geschehen in der Gemeinde, im Grauen Bund, in der Republik der Drei B\u00fcnde und im jungen Kanton Graub\u00fcnden mitgestaltet.<\/p>\n<h2 class=\"p8\">In den Wirren der europ\u00e4ischen Geschichte<\/h2>\n<p class=\"p7\">Im 17. Und 18. Jahrhundert erholt sich die Surselva von einer Zeit voller Spannungen, Kriege und Krankheiten. Das religi\u00f6se Leben r\u00fcckt wieder ins Zentrum. Passionen, Strafgerichte und Prozessionen, die noch heute ein wichtiger Bestandteilder surselvischen Kultur sind, sollen dem religi\u00f6sen B\u00fcndner Oberl\u00e4nder den richtigen Weg zeigen.<\/p>\n<p class=\"p7\">Die Franz\u00f6sische Revolution tr\u00e4gt die europ\u00e4ische Politik und deren Konflikte bis in die Surselva. So \u00fcberqueren z. B. 1799 die russischen Truppen des generals Suworow den Panixer Pass. Im gleichen Jahr fallen die Franzosen in Disentis ein und zerst\u00f6ren Teile des Dorfes und des Klosters. Die neue napoleonische Ordnung gliedert Graub\u00fcnden 1803 in die Eidgenossenschaft ein und beschliesst damit das Ende der Drei B\u00fcnde.<\/p>\n<h2 class=\"p8\">Die Romanische Sprache<\/h2>\n<p class=\"p7\">Mit der Reformation w\u00e4chst das Bed\u00fcrfnis nach einer romanischen Schriftsprache, denn wie Luther wollen auch romanische Reformatoren die Bibel in die Sprache ihres Volkes, ins Romanische, \u00fcbersetzen. In der Surselva ist es Steffan Gabriel, ein reformierter Pfarrer aus Ilanz, der zu Beginn des 17. Jahrhunderts die ersten romanischen Texte verfasst. Als Engadiner in der Surselva w\u00e4re Gabriel die ideale Person gewesen, um eine einheitliche romanische Schriftsprache zu schaffen. Aus verschiedenen Gr\u00fcnden ist es jedoch nicht dazu gekommen und so gibt es heute noch f\u00fcnf geschriebene Idiome.<\/p>\n<p class=\"p7\">Zu Beginn des 19. Jahhunderts wollte man das Romanische, das sich mittlerweile in verschiedene standardisierte Idiome entwickels hatte, aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden sterben lassen. Verschiedene Pers\u00f6nlichkeiten aus Politik, Bildung und Kirche setzen sich jedoch erfolgreich f\u00fcrs Romanische ein, was zu einer Renaissance des Romanischen f\u00fchrte. Einer, der sich sehr stark f\u00fcr die Entwicklung und F\u00f6rderung der romanischen Sprache eingesetzt hat, war der Brigelser Historiker und Schriftsteller Giacun Hasper Muoth.<\/p>\n<p class=\"p7\">Seit 1982 gibt es eine einheitliche Schriftsprache, das Rumantsch Grischun, aber ihre Akzeptanz ist sehr bescheiden.<\/p>\n<h2 class=\"p8\">Fortschritt und Tourismus<\/h2>\n<p class=\"p7\">Das 20. Jahrhundert bringt grosse Ver\u00e4nderungen in die Surselva. Neben dem Strassenbau und der Elektrifizierung ist vor allem auch die Bahn ein Zeichen des Fortschritts. Die Linie Reichenau \u2013 Ilanz wird 1903 er\u00f6ffnet, die Linie Ilanz Disentis 1912 und 1926 die Linie Andermatt \u2013 Disentis.<\/p>\n<p class=\"p7\">1870 wurde die erste fahrbare Strasse von Waltensburg\/Vuorz nach Brigels gebaut und 1914 wurden die D\u00f6rfer Brigels, Dardin und Danis-Tavanasa durch eine Strasse miteinander verbunden.<\/p>\n<p class=\"p7\">Mit der Bahn und den fahrbaren Strassen kommt auch der Tourismus in die Surselva. In Brigels ist es eine Frau, die die Initiative ergreift und den Sommertourismus zum Durchbruch verhilft. 1873 baut Fausta Capaul (1847 \u2013 1927) ihr Haus um und richtet es als einfache Pension ein. Gleichzeitig beginnt sie, das Dorf als Kurort bekannt zu machen. Wie das G\u00e4stebuch zeigt, hatte Fausta Capaul Erfolg, denn viele illustre G\u00e4ste stiegen bei ihr ab.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier soll ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber die Geschichte der Surselva und von Breil\/Brigels aufgezeigt werden. 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